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Hüttenzauber - Montag, den 04.09.2023

Los gehts . . .


Ab heute wird auf der Ringelsberghütte gezaubert – Hüttenzauber 2.0



Jesses hab ich gut geschlafen. Komisch, heute ist doch wieder Schule und die Kinder und Kollegen stressen den ganzen Tag – denkste. 6 Uhr runter Kaffee und Rheinpfalz überfliegen – die Weschdler hän die Südler gebadschd – 3:0 – auswärts - geil. Nach dem zweiten Kaffee reichts und ich lade meine Utensilien und das Bike in den PWV Bus und dann heißt es ab an die Schule. 10 vor 7: das Tor ist zu und zum Glück ist unser Schulsozialarbeiter fit und stark - ein Experte im Frühaufstehern. Er öffnet die Pforte zum Schulhof und es dauert bis Viertel nach Sieben bis die ersten Herausforderungskinder  und -eltern den Südhof langsam füllen. Das Handy klingelt und die angezeigte Nummer kenne ich nicht, aber heute gehe ich ausnahmsweise dran (er ist krank – wer? – geht euch nix an) Mit der Mama wird ausgemacht, dass er dazu kommt, wenn er wieder fit ist. 

Jetzt geht alles relativ schnell. Schwere, große Taschen, Koffer, Isomatten und Schlafsäcke wandern in den Bus. Simon hat sein Auto dabei und wir bekommen alles gepackt. Jetzt beginnt das Montagmorgenritual und die ganze Schule versammelt sich in der Turnhalle. Es gibt eine kurze Interviewsession vom Chef mit den unterschiedlichen Herausforderungskindern. 

Danach ab durchs Spalier und zurück auf den Schulhof – ä Nele an de Bahof – ä Nele in de Bus – de Simon ins Auto un ich uffs Rad – los geht die wilde Fahrt – s Ebike fährt vor der Rest hinterher – sehr geordnet und diszipliniert durch die Stadt und die Reiterwiesen bis Godramstein – awwer dann... Die erste Bergchenetappe spaltet die Gruppe und aus 30 Metern Radschlange werden bald 60 Meter. IchhabemeinWasservergessen unterstützt seinen rechten Oberschenkel schon mit dem rechten Arm und verliert an Geschwindigkeit, die eigentlich gar nicht vorhanden ist. s Ebike macht es großartig und wartet in homöopatischen Abständen auf die zurückhängenden Radler. Komischerweise wird’s immer hügeliger je näher die Berge kommen. Die halbe Gruppe wird zum altbekannten Sprichwort „Wer sein Fahrrad liebt – der schiebt“ und wir sind noch nicht in Frankweiler. Viele kämpfen sich bis zum Waldparkplatz, aber jetzt geht fast allen die Puste aus. ImmerHunger muss erstmal ein Steakbrötchen essen. IchhabmeinWasservergessen ist dehydriert. Frontlocke hat aber genug dabei und lässt ihn trinken – sozial top. 

Am Ende sind nur drei auf dem Sattel nach oben gekommen - s EBike, Eval Knievel und ich – der Rest liebt halt die Räder. BusNele hat das Gepäck nach oben gebracht. Simon hilft natürlich und LinienbusNele hat den Rest der Truppe auch nach oben gewuchtet und so beginnen alle ihre Schlafstätten zu richten. Zelte werden aufgebaut und unterm Dach werden die Betten aufgeteilt. Wir treffen uns alle auf der Terrasse und besprechen einige Dinge, die in den nächsten Tagen für alle gelten. Es ist ein Traum: der Ausblick, das Wetter, die Kinder (bis jetzt). Währenddessen landen die Mountainbiker von Christian und in den nächsten drei Tagen unsere Gäste.

Die Kinder bekommen freie Zeit und nutzen diese um die Hütte herum – Revier abchecken. BusNele, Vanessa, Säbelzahntiger aus der Bikergruppe und ich fahren einkaufen. Der Rest bleibt und organisiert. Beim Einkaufen im C&C bleiben die ersten 1000 Euro auf der Strecke, aber für die ersten drei vier Tage werden wir nicht verhungern oder verdursten. In der Schule holen wir noch Waffeleisen und das Bettzeug von IchhabmeinWasservergessen(IhmWv) ab – soll ich ihn doch lieber Ichhabfastallesvergessen nennen? 

Auf der Hütte warten hungrige Kinder auf die erste Raubtierfütterung. Christian organisiert ein Fensterbuffet und auf der Terrasse werden Brot, Käse, Wurst und Gemüsestückchen genossen. Die Biker fahren im Anschluss noch ne Tour und die Hüttler spielen, chillen oder toben. Einige machen sich auf den Weg zur Walddusche, während andere noch ne runde Fahrrad fahren. Der Kleine scannt seine Umwelt und sitzt mit den Großen am Spieltisch an dem Skibo gezockt wird. ImmerHunger, Art, Ert, Hanni und Nanni spielen mit. Stimmbruch, IhmWv und ??? gehen ne Runde spazieren und finden auch wieder zurück. Drei andere haben da schon größere Probleme und lernen bei ihrem Spaziergang nicht nur die nähere Umgebung kennen, aber am Ende sind sie dann doch alle da. Vertrauen gegen Vertrauen – einfach tolle Kinder - in fast allen Bereichen. 

Die Nase in die Sachen (Zelte) der anderen zu stecken, wenn keiner im Zelt ist, gehört sich nicht – das müssen wir abstellen. Der Versuch mit Orangen- und Zitronensprudel (und ein paar Flaschen Cola) ein bisschen Geschmack in Wasser zu bringen scheitert kläglich. Wenn diese erste Ration leer ist gibt’s nur noch klares kaltes Wasser. Die Biker sind zurück und der Küchendienst beginnt zu schnipseln – Nudeln, Tomatensoße, grüner Salat mit Gurken und Tomaten wollen behandelt werden. Die Neles und Simon managen alles – ich bin so überflüssig, dass ich Tagebuch schreiben kann. Es wäre so schön, wenn wir uns unsere eigenen IGS LehrerInnen ausbilden könnten. Es harmoniert phantastisch mit den Studis und den Kindern.

Inzwischen ist es 20 vor acht und ich sitze draußen im Wind. Die Wärme wird langsam durch ne frische Brise abgelöst. Mal sehen ob die Abteilung „unter freiem Himmel schlafen“ die erste Nacht tatsächlich durchhält, wenn nicht wird’s in der Hütte kuschelig. Mit 40 Leuten isses dann doch eng – wie sagt der Kaiser? – schau mer mal.
Am Rande erwähnt: Obwohl die Hütte heute zu war, hatten wir doch regen Besuch von Wanderern, die gerne eingekehrt wären – ein paar Getränke haben wir ihnen dann doch gestattet. Morgen geht’s dann mit allem richtig los und wir sind gespannt, wie der erste Tag laufen wird. 8 Uhr Frühstück bedeutet, in erster Linie für den Küchendienst 6:30 Uhr aufstehen und dann anrichten. Es wird nur ne kleine Karte geben, weil die Vorräte erst im Laufe des Dienstags aufgefüllt werden. Gestern haben die Waldmenschen die Kühlschränke fast leer gegessen. Die Getränkekühlung aber ist voll und der Nachschub im Keller reichlich.
Boah haben die Kinder gut gekocht: 5 Kilo Nudeln, leckere Tomatensauce, Top Salat – alle haben auf der Terrasse gespeist und einer ging dreimal zum Nachschlag. Ich habe jetzt schon Angst, dass unser Geld nicht reicht.
Erster Tag war top – ich hatte sooooo Bauchweh, weil nicht auf dem Longboard nach Speyer unterwegs war, sondern mit einem ganz anderen Kinderklientel etwas Neues machen muss. Jetzt isses weg das Bauchweh und ich freue mich auf die kommenden Tage. Was Nele mit dem Kleinen veranstaltet, kann man mit Worten nicht ausdrücken. Er hat heut Abend 10 Mal soviel geredet wie in den letzten drei Jahren Sportunterricht mit mir.
Happy Birthday Zohaib!!


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